
Erfolgreich einsteigen. Schnell und erfolgreich aufsteigen...
Wie schaffen junge Existenzgründer den Weg in die Selbständigkeit und nach oben?
Möglichkeiten zur Übernahme eines eigenen Betriebs gibt es viele. Konventionelle, wie der Einstieg ins elterliche Unternehmen. Und außergewöhnliche, manchmal sogar abenteuerliche. Auch Zufälle spielen eine Rolle, dann nämlich, wenn sich Einstiegschancen plötzlich auftun.
Kein Zufall aber ist der erfolgreiche Aufstieg nach dem Einstieg. Eine fundierte Ausbildung gehört dazu. Nicht nur handwerkliches Fachwissen. Sondern auch betriebswirtschaftliches Denken und Können. Nicht nur gute, seriöse Berater. Sondern auch Mut zu neuen Ideen, Visionen und persönliches Engagement. Daraus werden Erfolgsgeschichten.
Hier stellen wir sie Ihnen vor!
Einen guten Betrieb noch besser gemacht! Gut war die Fleischerei Steinmetz in Brauneberg schon, als Michael Steinmetz 2004 nach dem plötzlichen Tod des Vaters in den Betrieb einsteigen musste. Und der damals erst 29 Jahre alte Fleischermeister setzt sein Wissen und seine Ideen konsequent um, verknüpft betriebswirtschaftliches Denken mit Umweltbewusstsein, erstklassiger Produktqualität und individuellem Service. So schafft er, was er sich vorgenommen hat: Er macht einen guten Betrieb noch besser!
2005 wird die Fleischerei Steinmetz als innovativster deutscher Öko-Audit-Betrieb mit dem „EMAS-Award“ ausgezeichnet und besetzt europaweit Platz 2. Als „Einsteiger des Jahres“ gewinnt Michael Steinmetz Platz 1 beim landesweit ausgeschriebenen Unternehmerpreis PHÖNIX 2006. Und dass seine Fleisch- und Wurstwaren einsame Spitze sind, das zeigen nicht nur viele Auszeichnungen. Wegen der außergewöhnlichen Qualität nehmen immer mehr Kunden auch eine längere Anreise nach Brauneberg auf sich.
55 Arbeitsplätze gesichert. Seit August 2005 führt Ulrike Schmitz acht von ehemals 16 Filialen einer insolventen Bäckerei. Für ihr unternehmerisches Engagement und ihren Mut wurde die 37-jährige Handwerksmeisterin mit dem Gründerpreis „Pioniergeist 2006“ ausgezeichnet.
„Ich habe klare Ziele und weiß genau, was ich erreichen möchte und kann“, sagt die Inhaberin der Landhauskonditorei in Andernach. Dabei ist Mitarbeiterführung für die Unternehmerin von zentraler Bedeutung. Regelmäßige Gespräche und ihre Präsenz in den Filialen sind für Ulrike Schmitz selbstverständlich. Aber das Wichtigste für sie ist die Qualität ihrer Produkte. „Wem unsere Backwaren nicht schmecken, der kauft bei der Konkurrenz“, denkt sie ganz pragmatisch.
Unter der Führung von Ulrike Schmitz bewegt sich die Landhausbäckerei in Andernach auf Wachstumskurs und beschäftigt 55 Mitarbeiter, darunter sechs Auszubildende.
Von der Meisterschulbank auf den Chefsessel. Markus Käfer bereitete sich gerade auf die Meisterprüfung vor, als ein selbständiger Handwerkskollege aus seinem Wohnort Urmitz bei einem Verkehrsunfall schwer verunglückte. Der Unternehmer führte das Familienunternehmen Schmidt in der dritten Generation, der Unfall bedeutete für ihn das berufliche Aus. Die Familie suchte einen Nachfolger und wandte sich an die Handwerkskammer Koblenz. So kam es, dass Markus Käfer in das Unternehmen einstieg und schon vor Erhalt des Meistertitels mit einer Ausnahme- genehmigung den Betrieb führen konnte.
„Den Weg zum Unternehmer hatte ich mir komplizierter vorgestellt“, sagt Markus Käfer, „aber durch die erstklassige Unterstützung und Beratung der Handwerkskammer lief alles reibungslos, von der Erstellung meines Business-Plans bis zu den Bankgesprächen.“
Die Auftragsbücher des Unternehmens sind gut gefüllt. Markus Käfer kann optimistisch in die Zukunft blicken.
Selbständigkeit statt Universität. Für Johannes Graf stellte sich nach dem Abitur 1997 die Frage: Studium oder Einstieg in den elterlichen Betrieb? 2001 hat er ihn übernommen, 2005 dann auch als Meister. Heute lässt er keinen Zweifel an der Richtigkeit seiner Entscheidung fürs Handwerk: „Eines der wichtigsten Argumente für diesen Weg waren mein Wunsch, mein eigener Herr zu sein, sowie die Möglichkeit, Ziele und Wünsche aus eigener Kraft zu verwirklichen. Auch sind die Verdienstmöglichkeiten als selbständiger Handwerksmeister mindestens genauso gut wie in vielen akademischen Berufen.“
Johannes Graf hat von Anfang an die Betriebsberatung der Handwerkskammer in Anspruch genommen. Doch die wichtigste Grundlage für den Erfolg als selbständiger Handwerker ist für ihn die Meisterausbildung: „Ich persönlich halte es für unmöglich, ohne kaufmännische Ausbildung einen Betrieb führen zu wollen. Außerdem sichert die Meisterausbildung den hohen Qualitätsstandard im Handwerk.“
Der Stuckateurbetrieb von Johannes Graf in Börrstadt beschäftigt heute 9 Mitarbeiter: 2 Meister, 3 Facharbeiter, 1 Lehrling, 2 Aushilfen und 1 kaufmännische Angestellte.
Als Unternehmer so schnell wie auf dem Motorrad. Als Alexander Wahner 16 Jahre alt war, hat er seine Liebe zum Motorroller entdeckt. Nach dem Abitur 1992 machte er seinen Gesellenbrief mit Auszeichnung als Kfz-Mechaniker und gründete bereits 1994 die Firma WMS. Danach begann er ein Maschinenbaustudium und wollte eigentlich als Ingenieur in den Motorsport gehen. Doch seine Firma entwickelte sich so rasant, dass er sich 1997 dazu entschloss, das Studium zugunsten der Firma aufzugeben. In der Abendschule machte er dann seinen Meister Zweiradmechaniker. „Ich wollte unbedingt mein Hobby zum Beruf machen. Und wenn man die richtige Leidenschaft mitbringt, dann klappt das in der Regel auch.“ Heute beschäftigt Alexander Wahner 7 Mitarbeiter und hat ein ganz klares Ziel: „Es soll der Laden am Platz sein, mit Topqualität und einem Topservice.“
Biss haben. Und zuhören können! Als Eduard Schiefer als Geselle in die Schreinerei Bernard eintrat, ahnte er nicht, dass damit seine „Probezeit als zukünftiger Nachfolger“ begann. Aber so war es: Nach 6 Jahren bot ihm sein Chef die Nachfolge an. Nicht spontan, sondern aus gesundheit- lichen Gründen und darum schon lange geplant.
2002 übernimmt Eduard Schiefer den Betrieb und braucht dazu eine Ausnahmegenehmigung: Noch hat er keinen Meistertitel. Dafür jetzt aber viel am Hals: seine Ausbildung. Und den Betrieb. Trotzdem, er absolviert seine Meisterkurse und die Zusatzqualifikation zum Technischen Fachwirt. Er baut den Betrieb aus, vergrößert sein Team, hält Stammkunden und erweitert den anspruchs- vollen Kundenkreis durch spezialisierte Leistungen: „Wo andere aufhören, fangen wir erst an!“
„Drei Dinge waren wichtig“, meint Eduard Schiefer heute. „Die Ausdauer, meine berufliche Qualifikation in Einzelmodulen und Schritt für Schritt zu realisieren. So kam der Betrieb nie zu kurz. Ein gutes Team im Betrieb. Und gute Berater, darunter die Kreishandwerkerschaft, aber auch mein ehemaliger Chef. Denn wer erfolgreich sein will, muss nicht nur wissen, was er will. Er muss auch zuhören können!“